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Modernes Fernsehn
Stuttgart 21
Ergänzend, wenn auch nicht wirklich
damit zu tuen habend: ich habe die
vergangenen beiden Freitag auf Phoenix
das 'königlich-schwäbische Amtsgericht'
geguckt und das ist eine der besten
Sendungen, die ich je im Fernsehen
sah. (Ja, ich meine die Übertragungen
der Schlichtungsgespräche zu S21.)
Faszinierend zu sehen, was passiert,
wenn Leute Fragen haben und auf Ant-
worten bestehen - und das Ganze nicht
vorzensiert und entstellt als Minuten-
spot in den Nachrichten kommt.
Das Bündnis hat die Baumeister und
ihre Werbesprüche bisher ziemlich
weggefegt. Die Arroganz der Macht
und die sperrhölzerne Fassade vor
den Sinn.Löchern dieses Projekts,
mit 'Experten', die hauchdünne Ge-
fälligkeitsgutachten getextbausteint
haben, das zeigt den Gedanken dahinter:
"Wir bauen das, das wird schon taugen
und formal müssen wir das und das ein-
halten... ja, etwas Reibungswiderstand,
aber das sitzen wir aus und wenn's ge-
baut ist, ist's gebaut. Die Erweiter-
ungskosten brauchen uns nicht zu küm-
mern.. Ich habe schon fest zugesagt.."
Es geht mir nicht wirklich um diesen
Bahnhof oder dessen Nutzlosigkeit,
es geht mir darum, daß hier in aller
Deutlichkeit gezeigt wird, wie mit
Leuten, die sich Gedanken gemacht
haben, und die Arbeit geleistet
haben Fragen zu formulieren umge-
gangen wird. Ebenso zeigt sich das
Gesicht der Macht relativ unzensiert.
Das liegt an der Dauer der Veranstalt-
ung und der Unmöglichkeit zu schneiden.
(Wenn einer, wie der Kefer, versucht auf
Fragen mit Allgemeinen Beschreibungen
zu antworten, dann spielt er entweder auf
Zeit oder er spielt Macht. Arroganz ohne
Grund dazu. Die Fragen waren nicht allge-
mein - und es wurde auch nicht locker ge-
lassen. Klar es soll verschleppt werden,
es wird darauf gesetzt, daß sich die Sache
durch vergangene Zeit selbst erledigt.)
Marcel Mack
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